Die historische Hochburg
Der Name „Schmalzlerfest" leitet sich von der Tradition des Schnupftabaks (umgangssprachlich „Schmalzler") und deren früherer wirtschaftlicher Bedeutung für Perlesreut ab – der Ort gilt als wichtige Hochburg dieser Kultur im Bayerischen Wald.
Perlesreut war über Jahrzehnte das Zentrum der Tabakverarbeitung im Bayerischen Wald. Bereits im späten 19. Jahrhundert (um 1870/1893) florierten hier die Schnupftabak-Reibereien. Besonders die Firma Bogenstätter machte den Ort berühmt. Ihr „Perlesreuter Schmalzler" war weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt.
Anton Bogenstätter stellte den berühmten „Perlesreuter Schmalzler" her, bis die Produktion 1917 eingestellt wurde. Die Tabakfabrik wurde bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs mit einer Dieselmotoranlage betrieben, die gleichzeitig den Ort mit Strom versorgte. Mit der Verknappung von Rohöl während der Kriegsjahre wurde die Anlage nach Grafenau verlegt, um dort die Produktion bis zur Stilllegung 1974 alternativ mit Wasserkraft aufrecht zu erhalten.
Die Schnupftabakfirma Alois Pöschl kaufte die Firma und damit auch die Rezepte auf. Noch heute wird der „Perlesreuter Waldler Fresko" der Firma Bogenstätter von Pöschl mit unveränderter Rezeptur hergestellt und vertrieben. Die Maschinen der Firma Bogenstätter bildeten übrigens die Grundlage für das einzigartige Schnupftabakmuseum der Stadt Grafenau, das 1981 eröffnet wurde.